wintertreiben

Drei vorbeirauschende Tage in Cluj Napoca, die wir bei Judit und oft mit Guillem verbracht haben, waren genug Stadtleben für uns und nun sind wir in der Nähe von Rupea umgeben von Büffeln und Schneelandschaft. Nachdem uns sehr interessante und freundliche Leute in ihren Autos mitgenommen haben (dank David haben wir die beste Placinta in der Umgebung von Targu Mures gegessen und ihm im Gegenzug dabei geholfen, seine verpasste Englischstunde durch das Gespräch mit uns nach zu holen), sind wir abends in dem verschneiten Dorf angekommen. Krishan hat uns mit seinem Landrover eingesammelt und uns zu seiner großzügigen „Ferma Indianului“ gebracht, wo wir Weihnachten mit ihm und ein paar Freunden verbringen werden. Er hat außergewöhnliche Geschichten für mindestens drei Leben gesammelt und wir sitzen abends am Kamin, lassen uns auf den Gipfel des Everests entführen, musizieren und kochen zusammen. Sein Kopf ist voller nachhaltiger und wegweisender Ideen, bei der ein oder anderen werden wir ihm bei der Umsetzung helfen. Kringel hat sich direkt in den Bau eines rustikalen Bettes aus Fichtenholz gestürzt und zusammen richten wir einen schickes Gästeappartement mit blau gemusterten Fliesen im marrokanischen Stil und einem atemberaubenden Blick über die schneebedeckten Karpaten ein. Wir sind von 150 Büffeln, ein paar Pferden, 5 Katzen, drei Hunden und jeder Menge Schnee umgeben. Seit 2 Monaten zeigt das Thermometer tagsüber -10°C an und abends wenn wir vor dem Kamin sitzen und eine Tasse Glühwein trinken schauen zurück auf fast vier Monate des Unterwegsseins:
Auf einen wunderschönen späten Sommer auf der Donau mit Fortwienix, umgeben von der Natur, purem Abenteuer und dem Gefühl, jeden Kilometer mit unserer eigenen Muskelkraft vorwärts zu kommen.

Anschließend verlebten wir eine inspirierende Zeit mit Roger und Zsuzsi in den Apuseni Bergen, in der wir beide viel über alternative Lebensweisen kennen gelernt haben und deren einfaches Leben die perfekte Ergänzung unserer Zeit auf der Donau war. In fast sieben Wochen auf der Ranch haben wir uns sehr wohl gefühlt, unseren Schlafplatz in der Scheune liebgewonnen, viele neue Erfahrungen und Freunde gemacht und Anfang Dezember nur schweren Herzens Abschied genommen von dem heimisch gewordenen Fleck in den Apuseni Bergen.
Zwischendrin verbrachten wir ein paar Tage in Cluj Napoca, in denen wir interessante Menschen und andere Reisende kennen gelernt und durch Judit und Guillem zwei Geheimtipps an gemütlichen Bars erfahren und die beste Falafel ganz Clujs gegessen haben.

Hinzu kommen die ganzen kleinen Abenteuer jeden Tag, seien es die Fußstapfen und der dampfende Haufen eines Bären im frischen Schnee bei einer Wanderung, ein halb eingerorener, 30 Meter hoher Wasserfall, Stromausfälle welche uns romantische Stunden bei Kerzenschein bescherten, ein erfrischendes Bad im Bach als die Eisdecke doch noch nicht so stabil war wie Kringel dachte, …

Viele Begegnungen und neue Freundschaften haben unseren Weg bis nach Rupea bereichert und die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Menschen entlang des Flußes und besonders hier in Rumänien hat uns am meisten staunen lassen!

Noroc und frohe Weihnachten!