neuer wind in unseren segeln

Der Ausblick auf mildere Temperaturen hat uns nach Marmaris geführt, ein kleines Städtchen an der Westküste der Türkei wo sich das ägäische und das Mittelmeer treffen. Anne hat uns eingeladen, gegen Kost und Logie auf ihrem Gulet mit anzupacken und zusammen mit Ali aus dem Iran und Will aus Australien haben wir hier 4 Wochen gewerkelt und getüftelt und dabei das Leben auf einer Marina kennen gelernt.

Allerdings hat uns das Gefühl wieder weiter zu reisen und neue Sachen zu entdecken dann doch wieder übermant, also haben wir unsere Sachen gepackt und uns wieder an den Straßenrand gestellt. Vorher haben wir noch an unserem letzten Abend 3 Iren kennen gelernt, welche noch Unmengen an Vorräten hatten und diese los werden mussten bevor sie am nächsten morgen wieder gen Heimat gereist sind.. Wir löffelten also Berge an Spaghetti und der tolle Part: das ganze Bier und der irische Whiskey mussten auch weg 🙂 Es war also ein grandioser Abend mit vielen Geschichten von irischen Segel- und deutschen Kanuabenteuern, Musik mit der Wandergitarre & Ukulele und natürlichen auch mit neuen, großen Plänen für die Zukunft.

Nach 3 Stunden Schlaf ging es mit entsprechender Stimmung am nächsten Morgen los, aber der Gedanke die Nacht wieder im Zelt zu verbringen gab uns immerhin einen kleinen Lichtschimmer. Es kam natürlich alles anders als man denkt und der letzte Fahrer der angehalten hat um uns mitzunehmen, bestand darauf uns zum Abendessen einzuladen und – weil wir ja Deutsche sind und wir das alle so machen – Bier trinken zu gehen.. Da sich unser türkischer Wortschatz blöderweise nur auf „Ja“ und „danke“ beschränkt, kamen wir da nur schlecht drum herum.

Mittlerweile sind wir auf Cunda Island angekommen, wo wir Hüseyin helfen kleine Segelboote zu bauen. Es ist eine sehr gute Zeit im Moment, tagsüber basteln wir an den Booten und nachmittags erkunden wir ab und zu mit den Motorrädern die Insel, wenn wir nicht von seinen Eltern zum Kuchen essen eingeladen werden. Ab heute sind die Boote soweit, dass wir die freie Zeit auch mit Segeln verbringen können und dann schon fast in Freizeitstress kommen.. Segeln, Motorrad fahren oder Kuchen essen – wie soll man sich denn da noch entscheiden?!

Auch wenn wir manchmal während dieser „Winterpause“ das Gefühl hatten, Zeit zu verlieren oder einfach nur abzusitzen bis wir die Tour auf der Donau zuende paddeln können, so war es doch eine Zeit in der wir so viel gelernt haben, so viele neue und interessante Menschen getroffen haben und vor allem so viele neue Ideen für die nächsten Monate gesponnen haben, dass sie keinesfalls verloren oder verschwendet war – wenn man so etwas überhaupt sagen kann.. Das Wasser, sei es nun ein Fluß, See oder das Meer gefällt uns mittlerweile so gut als Mittel zum Reisen, dass wir diese Art noch ein wenig weiter führen wollen. Trotzdem so flexibel und frei wie nur möglich zu bleiben und die Welt aus dieser Perspektive zu erkunden, das ist ein guter Traum, jetzt heißt es nur noch diesen in die Tat umzusetzen, dafür sind wir doch gerade unterwegs.

Jetzt freuen wir uns aber darauf, in den nächsten Tagen wieder Richtung Rumänien zu kommen, noch einmal unsere neuen Freunde zu besuchen, bevor wir uns wieder mit Fortwienix auf den Weg bzw. Fluß machen, den Frühling vor Augen!